Hinweis: Dem Ninebot One E+ liegt eine Kurzanleitung des Herstellers bei. Die hier genannte Anleitung ist nicht vom Hersteller, sondern gibt meine persönlichen Erfahrungen aus der Lernphase des Fahrens wieder. So kann diese Anleitung Interessierten und Neubesitzern wichtige Hinweise und Tipps geben.
Vorbereitung - vor der ersten Fahrt
- Luftdruck
Lassen Sie sich vom Händler den Luftdruck Ihres Ninebot One auf 4 bar (58 PSI) erhöhen. Ab Werk haben die Ninebots viel zu wenig Druck im Reifen, bei meinem Ninebot One E+ waren es 1,5 bar, ich habe aber auch bereits von nur 0,7 bar gehört. Laut Reifenaufdruck sind 2,8 bis 4,6 bar zulässig.
In einem englischsprachigen Forum habe ich gefunden, dass der Druck bei 40 bis 55 PSI liegen sollte. Mehr Druck macht das elektrische Einrad wendiger und verbraucht weniger Akku, da weniger Verluste durch Walkkräfte entstehen - man kann also mit einer Akkuladung weiter fahren. Wer mehr Off-Road fährt wird aus Komfortgründen ggf. einen niedrigeren Luftdruck wählen. Ich habe das Fahren gleich mit dem hohen Luftdruck von 4 bar (58 PSI) gelernt und habe es nicht bereut. Ist am Anfang ggf. etwas schwieriger, bildet aber sicherlich ein besseres Feingefühl.
Falls Sie Ihren Ninebot online bestellt haben, so können Sie die Luftdruckeinstellung natürlich auch selbst versuchen:
a) Wenn Sie Glück haben - und einen kompakten Anschluss an Ihrer Autoanschluss-Luftpumpe - dann können Sie Ihren Luftpumpenanschluss direkt an das Radventil anschließen, drehen Sie zuvor das Rad, bis Sie das Ventil auf der einen Seite finden.
b) Falls für Ihren Luftpumpenanschluss dort nicht genug Platz ist, so können Sie folgende Instruktionen befolgen: Sie benötigen dazu eines Kreuzschlitzschraubendreher, einen flachen Schraubendreher oder ein stabiles schmales Messer und eine Luftpumpe für Autoreifenventile. Das Rad drehen bis Sie das Ventil auf einer Seite sehen. Auf der Seite des Ventils den schwarzen LED Kranz abnehmen, dazu müssen Sie an den Halterungen unten am Ring mit Schraubenziehen oder dem Messer etwas nachhelfen, um die Halterung zu lösen und den Ring unbeschädigt abnehmen zu können. Dann die weiße Blende, also den äußeren Rand des Ninebot One, abschrauben. Als Ergebnis gibt es unten ein rechteckiges Loch durch dass Sie den Schlauch Ihrer Luftpumpe an das Ventil anschließen können.
- App und Firmware Update
Installieren Sie auf Ihrem Smartphone die App von Ninebot. Diese ist für Android und für iOS verfügbar und heißt jeweils Ninedroid. Dann müssen Sie eine Bluetooth-Verbindung zu Ihrem Ninebot One E+ herstellen. Wichtig ist hierbei, dass Ihnen nach Herstellung der Verbindung die Daten Ihres Ninebot One E+ angezeigt werden, sonst hat die Verbindung nicht korrekt geklappt und der Verbindungsversuch ist zu wiederholen.
Tipp: Ihr Ninebot kann m.E. nur eine kurze Zeit nach dessen Einschalten gefunden werden (damit ihn im Betrieb niemand anderes fernbedienen kann), also ggf. Gerät ausschalten und wieder einschalten.
Falls es eine aktuelle als die vorinstallierte Version der Firmware Ihres Ninebot One E+ gibt, wird die App einen Hinweis anzeigen und fragen, ob die aktuelle Firmware auf Ihr Smartphone heruntergeladen werden soll. Alternativ geht dies auch über das Menü der App. Neue Firmware dient Ihrer Sicherheit, da die Firmware das Fahrverhalten Ihres Ninebot One E+ steuert und neue Version zur Optimierung oder Fehlerkorrektur beitragen sollen. Bevor Sie die neue Firmware installieren, müssen Sie Ihren Ninebot One in der App sperren mit der Funktion "lock nb". Erst danach lässt sich die neue Firmware installieren.
05.06.2015: Leider kann ich die App seit dem Update vom 5.6.15 auf V2.1.2 nicht mehr nutzen, da die Bluetooth-Verbindung zum Ninebot zwar aufgebaut wird, aber keine Daten mehr ausgetauscht werden. Alle Parameter stehen auf null. Bis gestern war es schwierig eine Verbindung herzustellen, aber dann kamen die Daten. Aktuell ist die App auf meinem Galaxy Note 3 leider nicht mehr nutzbar, hoffentlich wird dies bald behoben.
09.06.2015: Workaraound gefunden: Ich habe die Android App deinstalliert und danach neu installiert. Dadurch installiert sich zunächst die alte Version V2.0.4, welche die Daten meines Ninebot One E+ korrekt anzeigt. Nach dem Start der App kommt jeweils die Meldung, dass eine neuere Version gefunden wurde, diese Meldung muss ich mit "cancel" (abbrechen) wegklicken, so dass es bei der funktionierenden alten Version 2.0.4 bleibt.
07.09.2015: Nach einem Upgrade meines Smartphones auf Android5 klappt die Herstellung der Bluetooth Verbindung nun viel besser! Ob es nun auch mit der neuesten Version der App klappt? Nein, denn die im Google Play erhältliche V2.0.4 kann sich nun nicht mehr aktualisieren, sondern zeigt eine Fehlermeldung.
Fahren lernen
Oft werde ich gefragt, mit was das Fahren auf dem Ninebot vergleichbar ist. Ein 11-jähriger fragte mich, ob dies wie freihändig Radfahren sein. Dies ist m.E. ein schöner und zutreffender Vergleich, auch wenn ich mich inzwischen auf dem Ninebot One E+ viel sicherer fühle als freihändig auf einem Fahrrad. Zudem ist er viel wendiger, da Fahrräder bauartbedingt einen längeren Radstand haben.Mir hat zum Fahrenlernen das folgende Video des Herstellers sehr geholfen. Es zeigt mehrere Übungen die aufeinander aufbauen. Damit kann man erstes Geradeausfahren je nach Talent in 30 bis 120 Minuten lernen. Ich konnte nach ca. 60min einen etwa 10m langen Flur entfangfahren ohne mich zwischenzeitlich festzuhalten.
Das Video ist in chinesisch mit englischen Untertiteln. Aber im Zweifel wird man die Übungen auch ohne Kenntnis beider Sprachen verstehen.
Fahrerfahrung:
Update 07.06.2015: Nach ca. 12 Fahrstunden (davon ca. 4h mit Solowheel Leihgerät) habe ich das Gefühl das Ninebot One E+ Gerät zu beherrschen. Fahre sicher mit Höchstgeschwindigkeit und kann auch langsame Kurven mit ca. 1m Radius fahren.Update 09.06.2015: Habe ich den letzten Tagen an das Fahren mit Höchstgeschwindigkeit herangetastet. Zunächst gin meine App ja nicht mehr, aber nachdem diese mit alter Version wieder nutzbar ist, konnte ich meine Geschwindigkeit kontrollieren. Dabei habe ich festgestellt, dass mein Ninebot One E+ mich ab exakt 20km/h durch das vorderseitige Anheben der Pedale einbremst. Eine "normale" Fahrt mit den als Höchstgeschwindigkeit angegebenen 22km/h scheint also gar nicht möglich zu sein. M.E. also eine irreführende Marketingangabe. Ich habe daher die Vermutung, dass die Höchstgeschwindigkeit bei Ninebot One E und Ninebot One E+ genau gleich ist, was in der Werbung jedoch anders dargestellt wird. Habe ich also anscheinend nur für den größeren Akku mehr bezahlt.
Update 10.06.2015: Nach insgesamt ca. 20 Fahrstunden auf Einrädern kann ich inzwischen beim Fahren zum Frühstück auch Brezel essen und Kaffee trinken. ;-)
Update 25.02.2016: Stand Ende Herbst 2015 habe ich etwa 300 km auf dem Ninebot One E+ zurückgelegt! Fuhr damit fast täglich Wege zwischen U-Bahn und Arbeit, setzte ihn als ernstzunehmendes Fortbewegungsmittel ein und nicht als Spielzeug. Leider hatte ich dann einen Platten und habe den Ninebot nun im Winter aufgrund des noch zu behebenden Plattens und der Witterungsverhältnisse nicht benutzt. Möchte ihn auch vor Streusalz und Splitt schützen und fahre erst wieder im Frühjahr.
Sicherheitstipps:
- Verwenden Sie - vor allem in der ersten Lernphase - Schützer wie beim Inline-Skaten. Diese sollten Hände, Ellenbögen und Knie schützen. Ein Skater-Helm ist ebenfalls sehr empfehlenswert. - Fahren Sie mit Gefühl, dann vermeiden Sie folgende Fahrfehler bzw. Unfälle:
- Der Ninebot One lässt sich per App auf eine einstellbare Geschwindigkeit drosseln, z.B. auf 6km/h. Vergessen Sie, dass Sie ihn gedrosselt haben und versuchen dann mit maximaler Körpervorlage schnell auf die Höchstgeschwindigkeit von 22km/h zu beschleunigen, so endet der Beschleunigungsvorgang bei den im Beispiel eingestellten 6km/h. Der Ninebot warnt durch piepsen und durch eine Bewegung der Pedalen nach vorne beim erreichen der (eingestellen oder absoluten) Höchstgeschwindigkeit. Im Beispiel mit maximaler Vorlage und unerwartetem Abbruch der Beschleunigung bei eingestellten 6km/h fallen Sie jedoch ggf. trotzdem nach vorn vom Gerät. Durch gefühlvolles Fahren - mit Beachtung der Warnhinweise des Geräts - lässt sich dies allerdings vermeiden.
- Der Ninebot One E+ fährt maximal 22 km/h schnell. Punkt. Sollten Sie versuchen mit maximaler Körpervorlage bergrunter diese Geschwindigkeit zu übersteigen, so kann der Ninebot One zwar noch piepsen Sie aber ggf. nicht mehr durch Beschleunigung geradestellen, so dass Sie bei Höchstgeschwindigkeit auf die Nase fallen. Auch dies lässt sich durch gefühlvolles Fahren leicht vermeiden.
Bereits bei 20km/h heben sich die Pedale vorne, um den Fahrer auf die Geschwindigkeit hinzuweisen und zum Bremsen zu verleiten.
- Dem Ninebot liegen Moosgummi-Streifen und doppelseitiges Klebeband bei, mit dem Sie ihn bekleben können, um ihn vor dem Verkratzen zu schützen. In meinen ersten Fahrstunden bin ich des öfteren mit beiden Beinen abgesprungen, was zum Umfallen oder zum Überschlag des Geräts führte. Entsprechend sah mein Ninebot One E+ nach 3 Fahrstunden bereits aus, als hätte ich ihn bereits 2 Jahre vor die Wand fahren lassen. ;-) Außer Kratzern ist aber nichts kaputt gegangen und bei Gelegenheit werde ich die äußere Kunststoffschale erneuern, Ersatzteil kostet ca. 25 EUR [Update 05/2016: Leider musste ich herausfinden, dass jede Seite soviel kostet, die Gesamtkosten sind also leider bei etwa 50 EUR für neue Kunststoffschalen].
Mit einem geliehenen Solowheel war das Fahrenlernen einfacher, da sich an dessen Griff ein Gurt - eine Art Kofferband - befestigen lässt, um das Aufsteigen zu erleichtern und aus meiner Sicht vor allem, um das Gerät nach dem Abspringen wieder auffangen zu können, ohne dass es irgendwo vor knallt. Wenn man dann fahren kann, nervt aber beim Solowheel die geringe Höchstgeschwindigkeit von nur 16km/h. Außerdem drückt dieses gegen die Waden, da es weniger ergonomisch geformt ist, das gab bei mir ordentliche blaue Flecken. Zum Lernen aber nicht schlecht, da man es dadurch recht stabil zwischen die Beine pressen kann.
Ladegerät
Im Lieferumfang ist ein 120W Ladegerät enthalten. Schließen Sie das Ladegerät erst am Ninebot One E+ und erst danach an der Steckdose an. Das Ladegerät verfügt über eine farbige LED, die während des Ladevorgangs rot leuchtet und bei vollem Akku grün leuchtet. Bei leerem Akku soll der Ladevorgang beim Ninebot One E+ in maximal 4h abgeschlossen sein.Es gibt als Zubehör wohl auch ein 250W Ladegerät, mit dem die Ladezeit halbiert werden können soll. Allerdings habe ich dieses bisher (Stand 5.6.15) noch nicht im Handel gesehen und kenne auch keinen Preis. Da ein Ersatzteil des mitgelieferten 120W Netzteils bereits 95 EUR kostet, ist mit hohen Anschaffungskosten des 240W Netzteils zu rechnen.
Persönlich vermute ich auch, dass ein derartiges Schnellladen die Akkus stärker beansprucht, und zu lasten der Lebensdauer geht. Falls sich jemand damit auskennt, bitte kommentieren.
Ein-/Ausschalter am Ninebot One
Mit der roten Ein-/Ausschalttaste am Gerät lässt sich der Ninebot One durch kurzes antippen aktivieren oder abschalten. Mittels langem Drücken der Taste kann man den Farbeffekt wechseln der mit den auf jeder Seite eingebauten 20 LEDs erzeugt wird.Ninedroid App
Mit der Ninedroid App gibt es bei Google Play eine App von Ninebot, die wirklich nützlich ist.Mit ihr kann man nicht nur die Leuchtmuster und Farben des LED Kranzes einstellen, sondern vieles mehr.
Es gibt Youtube Videos in denen diese erklärt wird.
[Update 10.05.2016:]
Ich hatte zu Anfang Bluetooth Verbindungsprobleme mit der App, aber seit ich Android 5 hatte waren diese verschwunden. Ggf. lag dies aber auch an neueren Versionen der Ninebot App, die diese definitiv verbessert haben.
Ich habe die Ninedroid App nun gar nicht mehr im Google Play gefunden, anscheinend gibt es eine ganz neue und anders heißende Version. Bei mir im Smartphone läuft derzeitig noch die "alte" und dies sehr zuverlässig.
[Update 10.05.2016:] Vielen Dank für Eure positiven Kommentare zu meinem Blog! :-)